Das Ostereiernetz

ostereiernetz-eiernetzDas Ostereiernetz ist ein ganz wichtiges Utensil für einen schönen Osterbrauch im Vogtland: Das Eier-Aufwerfen bzw. Eier-Werfen. Es wird teilweise auch als Eier-Aufballen oder Eier-Schleudern bezeichnet. Da hat beinahe jede Familie ihren eigenen Begriff dafür – zumindest im Thüringer Vogtland, also genau „unsere Ecke“. Es gehört hier so fest zu den Ostertraditionen wie das Osterfeuer, die Ostersträuße oder die Osterblumen.

Für das Eier-Aufwerfen benötigt man besagtes, aus dicker Wolle gehäkeltes Eiernetz sowie ein gekochtes und selbst verziertes Osterei: entweder handbemalt oder liebevoll eingefärbt und mit Aufklebern bzw. Abziehbildern üppig verziert.

 

Eier-Aufwerfen dank Eiernetz: Ein riesiger Osterspaß für die gesamte Familie

Das Ei kommt ins Netz und nun geht es auf zur nächstbesten Frühlingswiese. Dort wird das Eiernetz so hoch und so weit geworfen wie es geht – eine Mordsgaudi für alle Kinder. Und versprochen: Da werden selbst Väter und Großväter wieder zu kleinen Jungen. 😉
Es ist immer derjenige eine Runde weiter, dessen Ei ganz bleibt. Nach ein paar Runden steht dann der Gewinner fest. Alle übrigen Teilnehmer trösten sich mit einem leckeren Osterei, das gleich an Ort und Stelle verspeist wird – manche nennen es auch scherzhaft „Notschlachtung“.

 

Wie kommt man zu einem Eiernetz? DIY (Do it yourself)

Für das Eiernetz gibt es diverse Häkelanleitungen im Netz. In der Regel wird zunächst der Boden aus festen Maschen gehäkelt. Dann kommen die Reihen, mit denen das Eiernetz in die Höhe wächst. Hier werden abwechselnd Stäbchen, teilweise sogar Doppelstäbchen, und feste Maschen gehäkelt. Eine Schnur aus Luftmaschen fungiert als Kordel und verschließt das Eiernetz so, dass das Ostereier zwar reingesteckt, aber nicht von selbst mehr raus kann. Die Kordel sollte lang genug sein, denn so fliegt das Eiernetz höher und weiter, wenn man es mit etwas Übung schleudert.

In der Regel werden für das Ostereiernetz bunte Wollreste verwendet. Es sollte keine zu dünne Wolle sein, denn je dicker die Wolle, desto besser federt sie den Sturz ab. Und schließlich schielt jeder auch ein ganz kleines bißchen auf den Gewinn, denn nur dann darf er sich Eier-Aufwerf-Meister nennen.

 

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