Ostern 2022: Ein Rückblick auf die Osterpark-Saison in Langenwetzendorf

erschienen im Amtsblatt der Gemeinde Langenwetzendorf, Ausgabe: Mai 2022

 

Die 20. Osterpark-Saison ist erfolgreich vorüber. Noch nicht ganz. Wir befinden uns noch im Modus des geordneten Rückbaus.

In der Vorbereitung hat sie uns alles abverlangt. Im Winter bekamen einige in die Jahre gekommene Hasen eine „Generalüberholung“. Von der Feuerwehr hatten sich Neuzugänge angemeldet und wollten das Licht der Welt erblicken.

Als in der Aufbauphase der Countdown lief, kamen Schnee und Eis. Bei Frost bricht jeder Tannenzweig wie Glas und in die Erde lässt sich nur schwer etwas einschlagen. Wir nutzten daher jeden Sonnenstrahl, denn schnell war wieder Regen und starker Wind angesagt. Kalte Füße, klamme Hände … Heiße Dusche, heißer Tee. In einem Moment, in dem die Nerven blank lagen, erreichte uns moralischer Zuspruch aus dem Lasse-Haus. Danke dafür. Zu guter Letzt war jedoch alles gut. Wir haben ohne Erkältung den Widrigkeiten der Natur getrotzt und konnten alle Hasengruppen windgesichert platzieren.

Da wir wissen, dass der Bauhof im Frühjahr viel zu tun hat und deswegen nicht überall sein kann,  hatten wir zuvor im Fitnesstraining das Parkgelände von altem Geäst und Müll befreit – zu dritt: einmal querdurch und ringsherum. So konnten wir den Gästen einen ansprechenden Osterpark präsentieren. Viele Besucher haben dies in Anerkennung mit Dank und Zuspruch im persönlichen Gespräch honoriert.

Am Rande des Geschehens gibt es jedes Jahr nette Begebenheiten. Ein absolutes Highlight war das Feuerwehrauto. Der Fahrer-Hase wurde immer wieder zur Seite geruckt. Einmal mit vorn neben dem Hasen sitzen – was kann das noch toppen? Doch nur die Fahrt im echten Feuerwehrauto!

Wir konnten auch beobachten, wie Kinder ihre Verpflegungsbox bei den Hasen an der Kaffeetafel leerten. Nach dem Motto: Bitte warten – Sie werden platziert (und fotografiert) waren die drei freien Plätze oft besetzt. Zum Schmunzeln brachte uns ein kleiner Junge, der das Schaufenster mit einem Eierautomaten verwechselte. Er hätte gern in die Spendenbox Geld geworfen und sich dann unten ein Ei rausgenommen.

So konnte jeder seine Highlights im Osterpark entdecken. Wir empfinden die Atmosphäre bei Sonnenuntergang im Licht der Bügelperlen-Eier als etwas Besonderes. Einen solchen Moment konnten wir drei einmal für uns genießen. Dabei haben wir die Gedanken schweifen lassen, wie alles begann. Nach einer Osterbrunnenfahrt in die fränkische Schweiz waren die Senioren der Überzeugung „Das können wir auch!“. Die Idee des Osterbrunnens wurde schon zum nächsten Osterfest in die Tat umgesetzt. Bei den Bernsgrüner Frauen holten sie sich Tipps. Es war der Geheimtipp „Eier an Schaschlikspieße kleben, dann einstecken“, der den Durchbruch brachte. Aber wie einstecken? In ein Metallgitter? Eine Unterlage musste her, aber welche? Stroh oder Birkenreisig und dann mit Tannengrün umbinden? Stroh wollte nicht halten. Birkenreisig war die bessere Option – und hält übrigens bis heute. Mit dem übrigen Stroh stopften wir die ersten drei Hasen. Die haben sich im Laufe der Jahre auf 44 im Park und 8 am Anger gut vermehrt. Das ist bei Hasen halt so üblich. Heute müssen wir aus Platzgründen verhüten.

Liebe Mitstreiter der ersten Jahre. Es ist uns ein besonderes Anliegen, Euch „DANKE“ zu sagen, dafür dass Ihr die Idee des Osterbrunnens in Langenwetzendorf zum Leben erweckt und viele Jahre mitgeholfen habt, ihn zu gestalten. Wir können uns gut vorstellen, dass es Euch noch immer in den Fingern juckt. Leider ist es vielen von Euch heute gesundheitlich nicht mehr möglich, aktiv mitzumachen. 20 Jahre hinterlassen im Leben eines Menschen ihre Spuren. Was aber für immer bleibt: Der Osterbrunnen hat unser dörfliches Leben bereichert. Das ist Euer Verdienst! Dafür ein riesengroßes Dankeschön!

Ein Dank geht auch an die Mitarbeiter des Bauhofes für das schnelle Reagieren, wenn wir „genervt“ haben:

  • Für den sauberen und gestrichenen Brunnen.
  • Für die aufgefüllten Schlammpfützen.
  • Für die neuen Bänke und dass Ihr die Papierkörbe noch einmal umgestellt habt.

Die neuen Bänke werten den Brunnenplatz optimal auf und weil sie so toll geworden sind, laden sie wirklich zum Verweilen ein. Gehen wir sorgsam mit ihnen um, damit wir lange Freude daran haben.

Wir bedanken uns außerdem bei Familie Fuchs aus Hohenleuben, dass wir ihr Tannengrün zum Binden nutzen konnten. Ein Dankeschön geht auch an Manuela und Katharina Ellrodt sowie Gisela Rabold für die Klöppel-, Filz- und Stickarbeiten zur Ausgestaltung des Schaufensters. Bei Konrad Voigt und Marco Ehlert bedanken wir uns für die Umsetzung der Feuerwehrauto-Idee. Ein Dank geht natürlich auch an unsere Abbauhelfer.

Von der Gemeinde erhielten wir die Freigabe, über die Nutzung des Spendenbetrages in der Spendenbox am Osterbrunnen zu entscheiden. Hier kamen exakt 723,45 € zusammen, die wir aus unseren eigenen Mitteln auf 1.000 € aufrunden. Im Familienrat fassten wir den Beschluss, das Geld dorthin zu geben, wo durch Krieg und Zerstörung große Not herrscht. Als Spende gehen deswegen 500 € an die Ukraine-Nothilfe und 500 € an das Kinderhilfswerk Unicef. Wir hoffen, dass alle, die den Osterbrunnen etwas gespendet haben, diese Entscheidung mittragen.

Wir hoffen außerdem, dass wir gesund bleiben und nächstes Jahr wieder in den Osterpark einladen können.

 

Familie Scholz