Ostern 2021: Nur so kann der Osterbrunnen corona-konform funktionieren

Liebe Freunde der Sonne und der Osterbrunnen,

in diesem Jahr ist vieles anders. Schuld daran ist noch immer dieses doofe, fiese, kleine Corona-Virus, das man nicht sehen, nicht riechen und nicht hören kann; das aber die Welt seit über einem Jahr dennoch fest im Griff hat. Auch wenn ein Ende der Covid-19-Pandemie dank der mittlerweile verfügbaren Impfstoffe absehbar ist, braucht es noch ein Weilchen Geduld. Das Osterfest ist in diesem Jahr dafür einfach noch zu früh.

Wer 2021 einen Osterbrunnen aufbauen möchte, braucht jedenfalls Nerven wie Drahtseile und muss sehr flexibel sein, denn Corona macht immer wieder einen Strich durch die Pläne.

 

Ein ewiges Auf und Ab: Ständige Plananpassungen erforderlich

Wir haben in den letzten Wochen die Infektionszahlen ganz genau beobachtet und wirklich lange überlegt, ob wir 2021 komplett aufbauen oder es bei einem kleinen Gruß wie im letzten Jahr belassen. Die Überlegungen bis Ende Februar gingen in die Richtung: Absage und nur etwas Kleines. Dann jedoch flatterte Anfang März eine Mail vom MDR in den Posteingang. Sie möchten am 19.03 bis 21.03.2021 in Langenwetzendorf für die Reihe „Unser Dorf hat Wochenende“ drehen. Der Ausstrahlungstermin sollte der Ostersonntag 9:00 Uhr sein. Oha! Planänderung, denn da dürfen die Osterbrunnen und der geschmückte Park natürlich nicht fehlen. Also sind wir von jetzt auf gleich in den „Hochfahrmodus“ gewechselt, haben das Osterbrunnen-Equipment zusammengesucht und die Hasen aufgeweckt. Am 09.03. gab es eine Vorbesprechung des Drehs mit der MDR-Redaktion in Langenwetzendorf und wir hatten einen guten Plan entworfen, wie wir alles coronakonform hinbekommen können. Es sollte die komplette Runde um den Parkteich genutzt werden. Um noch mehr Farbe in den Park zu bekommen, lief schon seit ein paar Tagen ein Aufruf an die Langenwetzendorfer Kinder, bunte Ostereier auszumalen.

Bereits an diesem Tag zogen erste, dunkle Wolken herauf, denn die Inzidenzzahlen entwickelten sich auch in Langenwetzendorf mehr als ungünstig und die eine oder andere vorsorgliche Quarantäne stand im Raum. Doch zu diesem Zeitpunkt hofften alle Beteiligten noch darauf, dass es schon gutgehen würde und keines der Teams davon betroffen wäre. Die Vorbereitungen liefen einfach weiter: Streu organisieren, Parkflächen säubern, abgegebene Transparentpapier-Ostereier ölen und laminieren, Bänke aufmöbeln, Schleifen bügeln, Schilder malen …

 

Leben ist bekanntlich das, was passiert, während man ganz andere Pläne hat.

(John Lennon)

Am Montag, den 15. März 2021, kam ein Anruf aus Erfurt. Die MDR-Leitung hatte die Dreharbeiten wegen der Corona-Entwicklung komplett abgesagt, um Mitarbeiter und Akteure zu schützen. Doch da war vieles schon fast fertig. Das jetzt wieder abzureißen, machte auch keinen Sinn. Also gab es eine erneute Planänderung, dass zwar nicht das „ganz große Ensemble“ durchgezogen, aber doch vieles aufgebaut wird. Auch den Ostereier-Aufruf wollten wir bei der Schmalspurvariante mit berücksichtigen.

Doch dieser Plan entpuppte sich lediglich als vorläufiger Zwischenstand, denn am Mittwoch, den 17.03.2021 vermeldeten die Nachrichten die nächste Hiobsbotschaft – nämlich, dass ab morgen eine Verschärfung der Corona-Regeln samt Ausgangsbeschränkungen für den gesamten Landkreis in Kraft treten würde. Was nun? Die Gefühle waren mehr als ambivalent und schwankten zwischen „Jetzt erst recht!“ und „Das Beste ist gar nichts zu machen!“. Wir brauchten also schon wieder einen neuen Plan. Doch bevor wir den aufstellten, gingen wir erstmal ins Bett: Drüber schlafen und den Schock verdauen, so lautete die Aufgabe.

 

Langenwetzendorfer Osterbrunnen werden nur in Teilen aufgebaut

Der aktuelle Plan Nummer „Dreiunddröflzig“ ist so genial wie einfach: Es gibt ab sofort keine Pläne mehr. Was sich ergibt, ergibt sich und was nicht ist, ist nicht. Anders funktioniert es in der Osterbrunnensaison 2021 nicht. Wir haben die Schmalspurvariante der Osterbrunnen nochmals weiter abgespeckt, um nach Möglichkeit keine größeren Menschenmassen aus nah und fern anzuziehen. Doch die Langenwetzendorfer haben uns durch die Bank hinweg auch signalisiert, dass sie sich schon so lange auf den Farbklecks freuen.

Zum Glück stehen die Osterbrunnen im Freien und Bewegung an der frischen Luft zur Gesundheitsertüchtigung ist erlaubt. Dennoch gibt es ein Restrisiko und somit ist die Ansteckungsgefahr eben NICHT Null. Vorsicht ist die Mutter der Ostereierkiste und deswegen oberstes Gebot!

 

Landkreis Greiz ist Corona-Hotspot

Der Landkreis Greiz hat sich in den letzten Tagen und Wochen zum Corona-Hot-Spot entwickelt – nicht nur in Thüringen, sondern deutschlandweit. Die gefürchtete dritte Welt ist hier definitiv schon in vollem Gange.

Diese Entwicklung bereitet uns große Sorgen. Die Szenarien für Ostern sehen nicht gut aus – selbst wenn konsequent gegengesteuert wird: Die explodierten Zahlen lassen vermuten, dass auch in unserer Region mindestens eine der mutierten, gefährlicheren Versionen des Corona-Virus angekommen ist und sich nun massiv ausbreitet. Wir bitten daher alle Osterbrunnen-Besucher von weiter her, vor der Abfahrt zu Hause genau zu überlegen, ob der Osterausflug die Risiken für die eigene Familie tatsächlich wert ist. Langenwetzendorf ist leider nicht die „Insel der Glückseligen“. Auch hier gibt es derzeit ein sehr aktives Infektionsgeschehen und es gibt durchaus Querdenker, Coronaleugner und Impfskeptiker, die sich wenig bis gar nicht an die allgemeinen AHA-Regeln halten. Bis Ostern werden weder die intensivierte Teststrategie noch das Hochfahren der Impfkampagne eine Wirkung zeigen. Von daher möchten wir die Gelegenheit nutzen und an die Eigenverantwortung appellieren!

Wir können wirklich gut nachvollziehen, wie sehr sich die Menschen nach einem Stück Normalität, nach Sonne, Vogelgezwitscher und den ersten Frühblühern sehnen. Eine unserer größten Sorgen ist jedoch, durch den Besucheransturm buchstäblich überrannt zu werden. Das hat man im Winter in den Wintersportorten im Thüringer Wald gesehen, dass hat man beim plötzlichen Frühlingsausbruch in den Parks und Uferpromenaden beobachten können. Unsere Besucher kommen normalerweise ja längst nicht mehr nur aus dem Landkreis Greiz sowie den angrenzenden Kreisen. Sie kommen beispielsweise auch aus Dresden, Chemnitz, Leipzig oder Bayreuth. Damit können Virusvarianten eingeschleppt bzw. auch quer über halb Deutschland verteilt werden. Wir kennen mittlerweile genug Covid-Schicksale, die uns berühren. Das Virus löst eben nicht einen harmlosen Schnupfen oder eine Grippe aus, wie viele Corona-Skeptiker noch immer behaupten. Selbst junge Leute mit einem zunächst relativ milden Verlauf können ein Long-Covid-Syndrom mit starken Einschränkungen entwickeln.

 

Nur so kann der Osterbrunnen 2021 funktionieren

Versteht uns bitte nicht falsch: Auch wenn wir bewusst eine Art „Reisewarnung“ aussprechen, sind dennoch ALLE BESUCHER HERZLICH WILLKOMMEN – sofern sie sich an folgende Empfehlungen halten:

  • Versucht bitte Stoßzeiten zu vermeiden. Erfahrungsgemäß sind viele Besucher bei schönem Wetter an den Feiertagen auf dem Gelände. Hier ist das Besucheraufkommen am frühen Nachmittag oft besonders hoch. Wer es einrichten kann, sollte den Besuch unter der Woche planen.
  • Tragt bitte einen medizinischen Mundschutz oder eine FFP2-Maske – zumindest bei viel Andrang. Bitte achtet darauf, dass Ihr sie richtig tragt und nicht nur „pro forma“. Es heißt schließlich nicht „Kinnschutz“, sondern „Mund-und-Nasen-Schutz“!
    Ihr schützt damit nicht nur Euch selbst und Eure Familien, sondern auch unsere Osterhasen. Sie können sich – wie viele andere Tierarten auch – mit Corona infizieren. Und bislang war für sie noch kein Impftermin beim Tierarzt zu bekommen.
  • Haltet bitte immer genügend Abstand. Ein gutes Abstandsmaß sind 3 Riesen-Dino-Ostereier. So ein Saurier-Ei konnte übrigens locker eine Größe von 60 Zentimetern erreichen. Wer mit der Maßangabe Dino-Osterei nicht klar kommt, kann sich selbstverständlich auch an den normalen Abstandsregeln orientieren: 1,5 Meter sollten das Minimum sein. 2 Meter wären vorbildlich, denn im Freien droht die Gefahr nicht so sehr von den Aerosolen, sondern von der Tröpfcheninfektion.
  • Vermeidet Körperkontakt: Wenn Ihr überraschend gute Bekannte trefft, fallt Euch zur Begrüßung bitte nicht gleich in die Arme. Denkt auch hier an den Abstand! Zur Begrüßung favorisieren wir ein freundliches „Konichiwa“ wie in Japan.
  • Nutzt bitte die vorgesehenen Laufwege. Wir haben ein Einbahnstraßensystem rund um den Parkteich ausgetüftelt, um die Besucherströme so gut wie möglich zu entzerren. Es geht vom Osterbrunnen runter zur Stahlbrücke, von dort entlang an der Transparentpapier-Ostereier-Galerie bis zum Hauteingang. Zurück führt der Weg über den Parkteichablauf zum obersten Eingang bei der Physiotherapie und von hier aus zum Platz der Osterhasenschule.
  • Achtet bitte auf Sauberkeit im Gelände. Es gibt beispielsweise genügend Papierkörbe. Obwohl es eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, möchten wir an dieser Stelle auch darauf nochmals hinweisen:
    • Geht bitte sorgsam mit den Exponaten um. Das Anfassen ist ausdrücklich erlaubt. Das mutwillige Zerstören oder Mitnehmen (auch gern als Klauen, Mopsen oder Ausborgen bezeichnet) ist explizit untersagt und wird konsequent zur Anzeige gebracht.
    • Der Park ist kein Hundeklo. Wir lieben die Fellnasen. Sie können selbstverständlich auch während der Osterzeit ihre Gassirunde durch den Park drehen. Mögliche Hinterlassenschaften sind zu beseitigen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Schließlich werden auch Kinder durch den Park toben.

 

Vielen Dank für Euer Verständnis

Das Osterbrunnen-Team