In Berga ist das regionale Epizentrum der Osterbegeisterung

2015-otz-berga-epizentrum-osterbegeisterungMarcus Schulze / 07.04.15 / OTZ

Zahlreich pilgerten Einheimische und Besucher zum Osterpfad. Besonders Berga mit dem Osterbrunnen stand hoch im Kurs.

Berga. Jeder wollte ein Erinnerungsfoto schießen. Sei es mit der Digitalkamera, mit der Spiegelreflex, mitunter sogar analog, dem Smartphone oder ganz modern mit dem Tablet. Und dann das Festgehaltene am besten ganz schnell bei Facebook hochladen.

Wahrscheinlich weiß niemand so genau, für wie viele Erinnerungsfotos der farbenfrohe Osterbrunnen im Park vor dem Rathaus in Berga am Osterwochenende herhalten musste, doch zweifelsohne war der mit sehr viel Liebe zum Detail geschmückte Brunnen in der Elsterstadt für viele der Besucher der Höhepunkt. „Oh, sieht der schön aus“, konnten aufmerksame Ohren mehr als nur einmal vernehmen. Eigentlich pausenlos. Wer es bis zum Brunnen geschafft hatte, war quasi im Epizentrum der österlichen Begeisterung angekommen. Und dann standen eben die Gäste da und staunten wahrlich „Oster-Bauklötze“.

 

Circa 15 000 Eier am Osterbrunen

Doch nicht wenige Leute fragten sich, wie viele Ostereier insgesamt ausgestellt wurden. Eine Antwort auf die Frage wusste Inge Oehlert. Es seien 15 000. Mit der Hasenschule, die auf der Wiese vor dem Amtssitz ihr pädagogisches Dasein fristete, gar 15 500. „Na ja, man muss schon ein bisschen verrückt sein, um so etwas zu machen“, scherzte Inge Oehlert. Gut eine Woche hätte die Bestückung gedauert. Doch natürlich hätte sie das niemals im Alleingang schaffen können. Acht weitere Personen – fünf Frauen, drei Männer – hätten sie bei dem Eier-Unterfangen unterstützt. Dabei galt, dass das starke Geschlecht eben die eher etwas rustikaleren Arbeiten verrichtete, die Frauen indes für die filigranen und stimmige Bestückung des quasi Kunstwerkes verantwortlich waren. Aber eigentlich sei sie das ganze Jahr über mit ihren Gedanken beim Osterbrunnen. „Wenn dann die Leute sagen, dass er ihnen gefällt, macht mich das schon ein bisschen stolz“, so Oehlert. Ach ja, das Abbauen ginge dann natürlich etwa schneller vonstatten. Das sei dann die Pflicht. Das Schmücken vielmehr die Kür, betonte sie abschließend.

Am frühen Sonnabendnachmittag herrschte in der beschaulichen Kleinstadt an der Elster ein einziges Kommen und Gehen. Denn nicht wenige Menschen begaben sich an diesem Tag – und auch an den Tagen zuvor – auf den Osterpfad, der von Neumark über Frauenreuth, Niederalbersdorf, Wolfersdorf, Greiz, Waltersdorf nach Berga führt. Autos frequentierten pausenlos die Straßen – auch ein paar Busse mit Besuchergruppen – und zwischen Rathaus und dem Ostergarten am Organisationsbüro bahnte sich ein regelrechter Menschenstrom seinen Weg.

 

Erste Berührung mit Ostern

Im quasi „Osterpfad-Hauptquartier“ in der Bahnhofsstraße 27 standen ebenfalls alle Zeichen auf Ostern. Eier – soweit das Auge blickte. Im Zentrum des Areals stand eine geradezu festliche Osterkrone, die die Besucher förmlich in ihren Bann zog. So auch Hoa Pham. Die junge Vietnamesin, die einen Studienkolleg an der Hochschule Zittau besucht, kam zum ersten Mal in ihrem Leben mit dem Osterfest in Berührung. Seit sieben Monaten ist sie in Deutschland. „Ich finde das sehr interessant“, sagte die 20-Jährige, die aus Saigon stammt. In ihrer Heimat werde natürlich kein Ostern gefeiert. Dass das Fest eine durch und durch religiöse Dimension besitzt, war der Buddhistin bekannt.

„Wir haben ihr das alles erklärt“, sagte Sarah Halbauer aus Gera, die gemeinsam mit ihrer Mutter Marianne und eben Hoa Pham nach Berga gefahren war. Die beiden jungen Frauen kennen sich von der Hochschule in Zittau, wo Sarah Halbbauer Projektmanagement studiert. „Heute Abend werden wir gemeinsam mit Hoa noch Eier bemalen“, so die 26-Jährige.

 

Am Karfreitag Kuchen ausverkauft

Über mangelnde Resonanz könne sie nicht klagen. Ganz im Gegenteil. „Am Freitag war der ganze Kuchen ausverkauft“, sagte indes Ingrid Wiese, die Initiatorin des Osterpfades, am Sonnabend im Organisationsbüro. Seit dem 28. März hat dieser geöffnet und sei auch an den kalten Tagen sehr gut besucht gewesen. In der ersten Woche hätten sehr viele Kindergruppen vorbeigeschaut, für die sie die „Oster-Omi“ habe spielen müssen, und Reisegruppen aus unter anderem Eisenach, Dessau, Halle, dem Schwarzwald oder Leverkusen.

Eine Gruppe illustrer Wandersmänner und auch Frauen ließ sich indes für eine kleine flüssige Stärkung vor der Regelschule in Berga nieder. Dabei griffen sie auf ein Getränk zurück, das angeblich auch schon ein Vincent van Gogh inspiriert haben soll. Ziel der Gruppe war Wünschendorf.

Stärkung war auch ein wichtiges Thema am Osterbrunnen. Denn vom Anblick der imposanten Eier-Installation schien der eine oder andere Besucher hungrig zu werden.

Mancher Autofahrer wirkte gestresst

Doch zum Glück gab es zwei Imbissstände. Und dies sei eine Premiere, betonte Christian Schöfer, der unter anderem Kuchen und Kaffee anbot. „Es wird angenommen. Die Leute sind froh, dass wir hier sind“, so der Café-Betreiber. Besonders gefragt sei die Wild-Wiener. Wem das alles zu viel Tohuwabohu am Brunnen war – Parkplätze gab es wenige, so mancher Autofahrer blickte gestresst am Karfreitag drein –, konnte in der Kunst-Gärtnerei von Andrea Wolf die Oster-Seele etwas baumeln lassen.

In dem umfunktionierten Gewächshaus war es nicht nur mollig warm, man konnte auch zahllose Accessoires zum Fest bestaunen, die nur nicht alltäglich waren. „Das ist Kunst und Kram für den Garten und das Haus. Damit will ich das Tempo aus unserer Zeit herausnehmen“, so Andrea Wolf.

 

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